Österreichische Gesetzgeber fertigen diese Woche ein neues iGaming-Gesetz ab, wobei die Verhandlungen sich auf eine vorgeschlagene Karenzzeit für nicht lizenzierte Anbieter konzentrieren. Die Gesetzgebung wird das aktuelle Online-Glücksspielmonopol, das 2027 ausläuft, ersetzen und einen regulierten Marktrahmen schaffen.
Die regierende Koalition aus Volkspartei, Sozialdemokraten und NEOS klärt die letzten Details des Gesetzentwurfs. Ein Ende Mai veröffentlichter Entwurf skizziert den Übergang vom Staatsmonopol zu einem Lizenzsystem. Das Finanzministerium befürwortet eine anfängliche Ausschlussphase, die jedem Unternehmen, das in den letzten fünf Jahren gegen die österreichischen Glücksspielvorschriften verstoßen hat, die Erlangung einer Lizenz verwehren würde.
Der Public-Affairs-Berater Felix Geyer schätzt, dass diese Einschränkung zwischen 24 und 36 Monaten dauern könnte und vor allem EU-lizenzierte Anbieter betrifft, die derzeit in der Region tätig sind.
Branchenreaktion und gesetzgeberische Debatte
Etablierte Land-basierte Betreiber unterstützen die Übergangsmaßnahme. Patrick Minar, Sprecher der Casinos Austria, erklärte, dass eine anfängliche Karenzphase von drei bis fünf Jahren angemessen wäre, und wies darauf hin, dass eine sofortige Lizenzierung nach illegaler Tätigkeit nicht konsistent sei. Monika Racek, CEO von Admiral Casinos & Entertainment, das Tipico 2025 übernommen hat, betonte, dass staatlich regulierte Spielanbieter seit Jahren verantwortungsvolle Praktiken pflegen und nicht gleichbehandelt werden sollten wie kürzlich nicht konforme Betreiber.
Der endgültige Gesetzentwurf wird die Marktzugangsbedingungen für Offshore-Anbieter festlegen und den österreichischen Glücksspielsektor neu gestalten. Frühere Diskussionen hoben Bedenken hervor, dass ein langes Ausschlussfenster den Wettbewerb während der anfänglichen Lizenzierungsphase einschränken könnte.